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Schönheit, politische Frage, Historizität, oder (belegte, belegbare) Tatsachen sind keine Kriterien der Authentizität. Wie kann man sich dann von der Authentizität von etwas oder jemanden überzeugen?
Es sind zwei Kriterien, die Hume in seinem Brief von 1760 heraushebt.
Erstens ist Authentizität eine Frage der Art und Weise ("Manner" - Manier).
Zweitens ist Authentizität eine Frage der Orginalität und/oder Singularität.
Für Hume sind sowohl die Art und Weise, in der MacPherson dazu gebracht wurde, die von ihm gesammelten Gesänge zu übersetzen, als auch die Art und Weise der Gesänge selbst - ihre Komposition - entscheidene Kriterien ihrer Authentizität.
Wie wurde die Übersetzung (buchstäblich) herausgebracht? John Home fragt MacPherson, ob dieser schon einmal versucht habe, von ihm erwähnte Gesänge aus seiner Sammlung zu übersetzen. MacPherson verneint, und bezweifelt, dass es überhaupt möglich sei, diese Gesänge aus dem gälischen zu übersetzen, erklärt sich aber schliesslich bereit, eines probeweise zu übersetzen. Die Übersetzung liefert er tags darauf. Die Authentizität der Gesänge wird durch die Authentizität des "Überbringers" gestützt - und zu dessen Authentizität gehört, dass er weder leichtfertig noch überaus willig erscheint, seine Übersetzungen "an den Mann zu bringen".
Ein Kriterium der Authentizität ist also eine spezifische Haltung, ein ethos - zur Art und Weise der Authentizität gehört, sich nicht zu sicher zu sein, nicht zweifelsfrei zu sein, nicht zuviel auf das Ergebnis zu geben, und so weiter.
Zweitens ist Authentizität eine Frage der Orginalität und/oder Singularität.
Für Hume sind sowohl die Art und Weise, in der MacPherson dazu gebracht wurde, die von ihm gesammelten Gesänge zu übersetzen, als auch die Art und Weise der Gesänge selbst - ihre Komposition - entscheidene Kriterien ihrer Authentizität.
Wie wurde die Übersetzung (buchstäblich) herausgebracht? John Home fragt MacPherson, ob dieser schon einmal versucht habe, von ihm erwähnte Gesänge aus seiner Sammlung zu übersetzen. MacPherson verneint, und bezweifelt, dass es überhaupt möglich sei, diese Gesänge aus dem gälischen zu übersetzen, erklärt sich aber schliesslich bereit, eines probeweise zu übersetzen. Die Übersetzung liefert er tags darauf. Die Authentizität der Gesänge wird durch die Authentizität des "Überbringers" gestützt - und zu dessen Authentizität gehört, dass er weder leichtfertig noch überaus willig erscheint, seine Übersetzungen "an den Mann zu bringen".
Ein Kriterium der Authentizität ist also eine spezifische Haltung, ein ethos - zur Art und Weise der Authentizität gehört, sich nicht zu sicher zu sein, nicht zweifelsfrei zu sein, nicht zuviel auf das Ergebnis zu geben, und so weiter.
Die Authentizität der Gesänge steht wiederum in Frage, da ihre textinterne Komposition Hume als zu "regelmässig" im Verhältnis zu ihrem angenommen Alter und damit zur angenommen "barbarischen" Kultur steht, die sie hervorgebracht haben soll.
"... if a regular poem, or even any thing of that kind, nearly regular, should also come from that rough climate or uncivilized people, it would appear to me a phenomenon altogether unaccountable."Das unerklärliche, seltsame Phänomen, die besondere Art und Weise der Gesänge wirft die Frage nach ihrer Authentizität auf - aber zugleich ist die Singularität der Gesänge als Originalität auch ein Beleg ihrer Authentizität. Hume nimmt eines der poetischen Bilder als Beispiel: Einem der Helden zerbricht seine Speerspitze im Kampf, woraufhin er sich hinter die Linien zurückfallen lässt, ein Esse aufbauen lässt, und sich eine neue schmiedet - und mit der noch glühenden Spitze seinen Feind tötet,
"while the iron, which was yet red-hot, hisses in the wound."Dieses poetische Bild sei singulär, selbst bei Homer finde es sich nicht - und die Singularität sei Beleg der Authentizität.
Authentizität kommt also nicht dem bloss gelungenen poetische Bild zu - sonst wäre Authentizität eine Frage der Ästhetik, der Schönheit. Authentizität ist auf eine singuläre Weise schön.